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Schülerinnen und Schüler stellten kritische Fragen an Politiker
"Wir verlernen, Mensch zu sein!"

Für viel Aufsehen gesorgt hat die Online-Umfrage der SV der EFG zur Belastungssituation von Schülerinnen und Schülern. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche haben sich in eineinhalb Jahren an der Befragung beteiligt und so bundesweit beachtete Ergebnisse geliefert. Jetzt wollten die Schülerinnen und Schüler Antworten auf ihre Fragen zu stetig steigendem Stress im Schulalltag haben. Sie luden sechs Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien zu eine Podiumsdiskussion am 22. März in der Aula an der Grabenstraße ein.

Schülerinnen und Schüler stellten kritische Fragen an Politiker<br>"Wir verlernen, Mensch zu sein!"
Gespannt warteten rund 100 Schülerinnen und Schüler auf das, was kommen sollte. Und es kamen zunächst fünf Gäste: Fabian Wisotzky (Linke), Thomas Nückel (FDP), Raoul Roßbach (Grüne), Michael Eilebrecht (Piraten) und Alexander Vogt (SPD), zugesagt hatte ursprünglich auch Dirk Schmidt (CDU), der kurzfristig absagen musste.
Kern des Nachmittages war die Umfrage der SV, die in besorgniserregendem Maße ermittelt hat, in wie hohem Maße junge Menschen aller Bildungsrichtungen die Schule mit Assoziationen wie „Druck“, „Stress“ oder Krankheitssymptomen wie Schlaf- oder Essstörungen in Verbindung bringen. Die SV deutet dies als Folge der in den vergangenen Jahren immer stärker „PISA“- getriebenen Schulsteuerung mit zunehmenden zentralen Prüfungen, weniger Freiheiten bei Themenwahlen, mehr Inhalten in den Fächern, eingeschränkten Fächerwahlmöglichkeiten beim Abitur mit stärkerer Betonung der Bereiche Mathe, Deutsch und NW und immer längeren Schultagen. Nachdem vier Schülerinnen die Ergebnisse in Auszügen vorgestellt hatten, wiesen sie und einige Jugendliche aus dem Plenum darauf hin, dass der Gedanke nach „immer mehr“ Input nicht automatisch auch immer mehr Output bringe – z.B. weil nach zu langen Unterrichtstagen die Grenze der Aufnahmefähigkeit irgendwann erreicht sei oder weil tiefgreifende Themen auch Zeit bräuchten zu innerer Auseinandersetzung. Hinzu komme, dass Menschen-„Bildung“ mehr umfasse, als nur die genannten „Fach“- Bereiche und dass ein Umdenken erfolgen müsse, will man auch demokratische, tolerante, kreative, empathische, soziale und schließlich auch glückliche Menschen ganzheitlich „bilden“.
Interessanterweise sahen alle anwesenden Politiker ebenfalls Anlass zu Veränderungen, wenn auch mit zum Teil anderen Schwerpunkten: Michael Eilebrecht meinte, die Piraten wollten eine andere Schulform, weg von Schulgliederungen. Fabian Wiesotzky forderte, schulische Dinge müssten auch in der Schule erledigt werden, das Zuhause sollte davon möglichst frei sein. Raoul Roßbach und Alexander Vogt schlugen vor, mehr Geld in die Hand zu nehmen, vor allem für individuelle Förderungen. Thomas Nückel befürchtete in den Aussagen der Schülerinnen und Schüler eine gewisse Leistungsfeindlichkeit und versuchte den Aspekt des Glücklich- Machens von Leistung zu betonen. Von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde dies im Zusammenhang mit Leistungssdruck allerdings in Frage gestellt. Am Ende der Veranstaltung konnten die Jugendlichen in einer Abstimmung darüber Rückmeldung geben, welche Einlassungen der Politiker am ehesten Antworten auf ihre Fragen gaben. Hier erzielten die meisten Stimmen die Vertreter der Linken und der Piraten, jenen Parteien also, die am stärksten ein Umdenken in Richtung der Schülerforderungen in den Raum stellten. Auffällig blieb aber aus Sicht der SV, wie schwer den Politikern ein umfassenderes Umdenken „weg von den PISA- Schlussfolgerungen“ hin zu einem breiten Bildungsverständnis fiel.
Die SV freut sich rückblickend sehr, dass das Treffen und der Austausch zustande gekommen ist und ihre Anliegen dort gelandet sind, wo sie am Ende auch hin gehören – in der Politik, dorthin, wo die Weichen für Bildung am Ende gestellt werden. Die SV wird verschen, dies durch einen Antrag an den Petitionsausschuss des Landtages weiter voran zu treiben. Am Ende blieb der Eindruck, den eine Schülerin aus dem Plenum als letzten Satz des Tages allen mit auf den Weg gab: „Wir lernen und lernen für den Beruf. Aber wir haben verlernt, ein Mensch zu sein“.

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