Aktion "Schachtzeichen" weckte Erinnerungen an Kohle und Stahl
Weiße Wäsche, die auf der Leine grau wurde, der Geruch von faulen Eiern und ein rostroter Himmel über der Kokerei. Viele Kinder haben heute keine Vorstellung mehr davon, wie der Kohlenpott vor 30 Jahren und mehr aussah. Selbst die Ruhrgebietssprache ist auf dem Rückzug.
Die Kunstaktion "Schachtzeichen" im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 brachte die Erinnerung an diese Zeiten eindrucksvoll zurück. Dank einer Einladung der örtlichen Kolpingfamilie konnte der komplette sechste Jahrgang am 28. Mai auf der ehemaligen Zeche "Unser Fritz" noch einmal in die fast vergessene Welt von Kohle und Stahl eintauchen. Zustande gekommen war der Kontakt über das Unterrichtsfach "Kohlengräberland". Erstmal begegneten die Jungen und Mädchen einem alten Bergmann in der typischen Knappenuniform. Der 88jährige Bergmann berichtete eindrucksvoll vom Leben und Arbeiten Unter Tage. Danach gab es reichlich Apfelkuchen und Apfelschorle, gebacken von einer Frauengruppe der Kolpingfamilie. Rund 70 Eier, kiloweise Mehl und Zucker waren nötig, um die 12jährigen satt zu kriegen. Zum Abschluss ließen die Schülerinnen und Schüler 120 gasgefüllte, gelbe Ballons in den Himmel aufsteigen. Zeitgleich war die Klasse 7c unterwegs in Herne, um verschiedene "Schachtzeichen" zu erwandern. Auch bei der Abschlussfeier des Schachtzeichens auf "Unser Fritz" spielten Schülerinnen und Schüler der EFG eine Hauptrolle. Das Zeitgeist-Ensemble und die EFG-Bühnentechniker boten mit Lehrer Uli Kind und Liedermacher Frank Baier eine Vorpremiere aus ihrem neuen Programm "Kulturhauptpott - Lieder und Texte aus dem Kohlengräberland".
Am darauffolgenden Mittwoch berichtete Dr. Olaf Herzog von der Kolpingfamilie vor der Jahrgangssstufe 10 über die Vorbereitung und Durchführung des Projektes auf der ehemaligen Zeche. Mit viel Humor und Sprachwitz schaffte es Herzog - im Hauptberuf Manager bei IBM - über eine Stunde lang die jungen Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.